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703 - Delphi - Ernst Landl & Hot-Club Vienna - 1948
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, snookerbee, krammofoon, Charleston1966, Der_Designer
Autor Eintrag
snookerbee
Mi Nov 06 2019, 20:00

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4668

Das Lied hatte unser Mitglied Willi (Schellackplatte) einmal als besonders hörenswert erwähnt. Ich hielt Ausschau danach und hatte Glück, die Platte zu finden, allerdings in einen verbesserungswürdigen Zustand. Die Pressung ist recht dumpf geraten und zudem deutlich abgespielt. Daher kratzt es hier und da. Dennoch lohnt sich das Zuhören. Mir fällt auf, dass die Wiener Kollegen mit dem "Jatz" nicht so zaghaft umgingen, wie wir es von so manchen deutschen Nachkriegsplatten gewohnt sind.



Delphi
Swingfox
Musik von Theo Ferstl
ERNST LANDL
und DER HOT-CLUB VIENNA
ELITE-SPECIAL 8221
W 7187

Im Wachs:
7187

Aufnahme:
Wien, 9. Januar 1948

Musiker:
Fritz Pavlicek (tp)
Fred Krippner, Joszi Klimek (cl,as)
Hans Koller (cl,ts)
Ernst Landl (p)
Emil Kutschmann (b)
Victor Plasil (d)

(Daten nach Hirschenberger & Parnes)

Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder


Die Melodie wurde zuerst von Heinz Wehner 1941 als "Delphi-Fox" für Telefunken aufgenommen.

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livschakoff
Mi Nov 06 2019, 20:55
Registriertes Mitglied #483
Dabei seit: Do Feb 21 2013, 13:55
Einträge: 615
Im Vergleich zu Wehners Platte läuft obige Aufnahme in einer anderen Tonart (C Dur) und mutiert nach dem Schlagzeug-Solo zu B-Dur. Wehner beginnt in D-Dur und endet in H-Dur. (Das Ganze mag teilweise mit den Laufeigenschaften der Abspielgeräte zusammenhängen, aber ich denke, daß die Ausgfangstonarten dennoch verschiedene sind. - Das Interessante ist, dass der oben erwähnte Abwärtsschritt im Laufe des Spiels jeweils ein anderer ist (zwei Halbtonschritte bzw. drei Halbtonschritte).
Landls Einspielung hat etwas Elegant-Selbstverständliches, während Wehners Arrangement eine Spur langsamer und eindringlicher wirkt.
Interessant!
Vielen Dank für's Senden und den angebotenen Vergleich!
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snookerbee
Do Nov 07 2019, 11:26

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4668
Danke für diese Analyse, Volker. Ich hatte die beiden Aufnahmen noch gar nicht so genau verglichen. Du hast recht, die Abspielgeschwindigkeit könnte Einfluss haben. Meine Überspielung entspricht lauftechnisch der in einem YT-Video, so dass ich von einer annähernd richtigen Umdrehungszahl ausgehe (Habe leider kein Stroboskop zur Hand).

Ich stelle mir vor, dass die Blasinstrumente mit der Tonart H-Dur irgendwie nicht so gern zu tun haben, da z.B. eine Bb-Klarinette, die Tenorsaxophone und Trompeten ja dann einen Halbton über ihrer natürlichen Stimmung spielen müssen. Meiner Erfahrung nach hatten die Hobbymusikanten in unserer Schulband immer einige Schwierigkeiten mit so was.

Vielleicht dreht die Wehner-Version im Sender einfach unsauber. Bei YT gibt es im Deutschlandsender die Platte auch, dort läuft sie deutlich langsamer. Das sind dann die Tonarten Db-Dur und Bb-Dur. Möglich wäre auch Eb-Dur und C-Dur. Allerdings müsste die Wehner-Platte im Sender dann deutlich schneller laufen, was doch schon recht gehetzt klingt.

Andererseits muss(te) ein professioneller Orchestermusiker in allen Tonarten lesen und spielen können. So dass das also durchaus auch alles richtig sein kann.

VG Claus

PS. Diese Diskussion wird von Audioingenieuren bei der Neuausgabe von altem Tonmaterial immer wieder geführt. Ein Fall war Armstrongs "Cornet Shop Suey", welches als Notation vorlag, jedoch in einer abweichenden Tonart aufgenommen erschien. Es stellte sich heraus, dass das Aufnahme-Equipment mit der falschen Geschwindigkeit lief.
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