Foren

Schellackplatten Rundfunk - Musik ab 1900 :: Foren :: Schellack Sendungen von: :: livschakoff
 
<< Vorheriger Thread | Nächster Thread >>
Oscar Joost dirigiert und singt: "Scheint der Mond auf Venedig" ELECTROLA (1930)
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, snookerbee, krammofoon, Charleston1966, Der_Designer
Autor Eintrag
livschakoff
Mi Nov 06 2019, 16:31
Registriertes Mitglied #483
Dabei seit: Do Feb 21 2013, 13:55
Einträge: 615
In Ergänzung des fünf Jahre alten Beitrags vom Kollegen Records78
> CLICK <
dürfte folgende Platte helfen, eine empfindliche Repertoirelücke allmählich zu schließen.
Zwar können hier weder Titel noch Gesang Begeisterungsstürme entfachen,
aber dennoch war Joost dem sogar auf Schellack ungebrochen verehrten Heinz Rühmann
als Sänger überlegen.




ELECTROLA E.G.1923
BLR 6421-I

Scheint der Mond auf Venedig - Tango
Kapelle Oscar Joost vom Eden-Hotel, Berlin
mit Refraingesang (Oscar Joost)
Aufnahme: Mitte 1930


Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder



[ Bearbeitet Mi Nov 06 2019, 19:40 ]
Nach oben
gramofan
Do Nov 07 2019, 17:50
Registriertes Mitglied #245
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Einträge: 733
Gottseidank hat sich der Herr ansonsten auf die Orchesterleitung beschränkt und das Singen Profis überlassen. Einfach gruselig - und Rühmann singt aus meiner Sicht doch besser.

[ Bearbeitet Do Nov 07 2019, 17:51 ]
Nach oben
Swingfan
Do Nov 07 2019, 20:02
Registriertes Mitglied #1034
Dabei seit: Di Jun 11 2019, 12:13
Einträge: 25
An dieser Stelle möchte doch auch ein gutes Wort für die Gesangseinlagen von Joost einlegen. Ich merke an den hier genannten Äußerungen einiger Forumteilnehmer, dass wir uns doch schon einiges von der damaligen Tanzkultur entfernt haben. Viele Tanzkapellmeister haben nicht nur dirigiert, sondern auch die Tagesschlager im Refrain gesungen, das gehörte einfach dazu. Selbst in meinen Kindheitstagen, in den frühen 60er Jahren, sangen noch die Bandleader der bis dahin eher unbekannteren Orchester die Tagesschlager selbst. Man darf hier nicht vergessen, Oskar Joost stand hier erst am Anfang seiner grandiosen Karriere. Auch darf man nicht vergessen, dass die großen Besetzungen in der Regel nur zum nachmittaglichen Tanzcafé zugegen waren, somit auch mit entsprechenden Gesangsinterpreten. Am Abend wurde hingegen die Band in der Regel verkleinert. Und wer kann heute sagen, ob er nicht auch bis 1941 weiterhin einige Stücke selbst gesungen hat. Das wissen wohl nur die heute leider verstorbenen Zeitzeugen.

An dieser Stelle möchte ich auch an seine frühe Hamburger Zeit auf der Reeperbahn erinnern. Hiervon gibt es keine, vielleicht gottlob, Aufnahmen davon. Jedes Orchester, dass groß rauskommen wollte, musste auch diese Hölle in Hamburg mitnehmen, um sich unter den vielen damaligen Tanzorchestern zu behaupten. Die Orchester mussten dort jeden Abend volle Pulle spielen, auf Anordnung des Lokalbesitzers. Solange, bis allein den Trompetern die Lippen wie Fetzen vom Munde hingen.

Ich möchte damit sagen, es war damals einfach üblich, dass viele der damaligen Kapellmeister selbst sangen, ob er nun Gesangstalent besaß oder nicht, das gehörte einfach dazu.

Gruß, Michael
Nach oben
livschakoff
Do Nov 07 2019, 22:29
Registriertes Mitglied #483
Dabei seit: Do Feb 21 2013, 13:55
Einträge: 615
Wahrscheinlich wurden Joost einfach keine anderen Sänger zugeteilt. Während Marek Weber bei ELECTROLA in jeder Hinsicht aus dem Vollen schöpfen konnte, musste der Anfänger Joost, um seine Platten (deren Titel wahrscheinlich nicht einmal seinem Geschmack entsprachen) attraktiver zu gestalten, zumindest eine Plattenseite mit Gesang produzieren. So mögen sich diese aus Zugeständnissen zusammengestellten Aufnahmen erklären.


[ Bearbeitet Do Nov 07 2019, 22:31 ]
Nach oben
Musikmeister
Fr Nov 08 2019, 22:33
Registriertes Mitglied #226
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Einträge: 1100
livschakoff schrieb ...

Wahrscheinlich wurden Joost einfach keine anderen Sänger zugeteilt.


Nach Alan Kelly`s EMI Music Archive-Angaben kann man die Aufnahme auf den 27. oder 28.05.1930 datieren. Dort wurde als Sänger für die Joost-Aufnahmen Harald Paulsen vermerkt, der dann aber scheinbar doch keine Zeit hatte...
Nach oben
 

Forum:     Nach oben

Syndicate diesen thread: rss 0.92 Syndicate diesen thread: rss 2.0 Syndicate diesen thread: RDF
Powered by e107 Forum System