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DUKE ELLINGTON AND HIS COTTON CLUB ORCHESTRA: Jungle Nights in Harlem - ELECTROLA-IMPORT (1930)
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, snookerbee, krammofoon, Charleston1966, Der_Designer
Autor Eintrag
Odeon89
Fr Sep 20 2019, 19:12
Registriertes Mitglied #160
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Einträge: 361
DUKE ELLINGTON AND HIS COTTON CLUB ORCHESTRA
"Jungle Nights in Harlem"
Foxtrot (Duke Ellington)
VICTOR / ELECTROLA-IMPORT 23022
Mx. PB VE61012

Aufnahme: New York, 46th St. Studio, 4. Juni 1930




Diese Platte muss sich ein Jazz-Liebhaber um 1930/31 über das Musikhaus Wilhelm Gertz in Hannover aus den Staaten importieren lassen haben. Aus rechtlichen Gründen musste dabei für den Verkauf in Deutschland das Etikett mit einem ELECTROLA-Halbetikett überklebt werden. Ob diese Aufnahme später auch regulär auf ELECTROLA erschien, ist mir nicht bekannt.

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Grammophoniker
Sa Sep 21 2019, 07:07
Registriertes Mitglied #337
Dabei seit: Mi Mär 14 2012, 18:42
Einträge: 488
Super Nummer. Danke fürs Senden
Gruss Stefan
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jitterbug
Sa Sep 21 2019, 11:55
Registriertes Mitglied #501
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Einträge: 754
Mit etwas Verzögerung erschien diese herrliche Platte auch auf ELECTROLA im Rahmen der Serie "SWING MUSIC" im Jahre 1936.

Viele Grüße, Stephan

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snookerbee
Sa Sep 21 2019, 14:01

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4668
Wie kann ich mir so einen Import (siehe oben) vorstellen?
Gab es bei den deutschen Firmen Abteilungen, bei denen die Händler ausländische Platten beziehen konnten oder hatte die Victor Company eine eigene Vertretung in Deutschland? Warum gerade Electrola? Waren beide Firmen geschäftlich miteinander verbunden?

Und wer wusste überhaupt, was im Ausland neu erschien? Heute kann man ja (fast) alles über das Internet erfahren, damals aber musste man deutlich genauer wissen, wer wo an was herankam. Da war es sicher das A un O, einen Händler seines Vertrauens zu haben, der vielleicht auch ein Faible für die Musik hatte.

Danke für die tolle Platte. Von Ellington kann man jeden Tag was hören. Es wird nie langweilig.

VG Claus
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Polyfar41
Sa Sep 21 2019, 17:35
Radiohörer
Registriertes Mitglied #823
Dabei seit: Di Jan 12 2016, 19:31
Einträge: 271
Direkte geschäftliche Verbindungen zwischen der Victor Company und der deutschen Electrola hat es meines Wissens nicht gegeben, auch keine Vertretung der Victor Company in Deutschland.
Das verbindende Glied war die englische Gramophone Company (HMV), die mit der Victor in geschäftlicher Beziehung stand.
Über diese Schiene kamen Victor-Aufnahmen nach Europa. z.B. Enrico Carusos amerikanische Aufnahmen oder auch die der Revelers, um nur mal 2 Beispiele zu nennen. Die Matritzen kamen über den großen Teich, und die Platten wurden normalerweise hier gepresst.
Die 1925 gegründete Electrola war wie bekannt eine Tochtergesellschaft der englischen HMV und konnte daher in dieses Business mit einbezogen werden.
So finden wir sowohl HMV- als auch Electrola-Pressungen von Victor-Aufnahmen.

Das Beispiel mit dem Original-Victor-Etikett, bei dem die obere Hälfte wegen des Hunde-Logos, das in Deutschland aus rechtlichen Gründen ausschließlich die Deutsche Grammophon verwenden durfte, mit einem Electrola-Halbetikett überklebt war, dürfte eine Seltenheit gewesen sein und spricht für einen tatsächlichen Import einer Victor-Platte.
Wie so ein Import-Vorgang in den dreissiger Jahren im einzelnen angestossen werden konnte und wie das Ganze dann organisiert war und ablief, entzieht sich leider völlig meiner Kenntnis.

Ich kann abschließend nur noch beschreiben, wie solche Importe nach dem Krieg möglich waren. Zum Beispiel gab es bei Electrola in den 50er Jahren einen Katalog des Auslands-Sonderdienstes (ASD), circa 1 1/2 cm dick mit weißem Umschlag. Dort waren Aufnahmen aus anderen Ländern gelistet, die nicht im Deutschland-Katalog enthalten waren. Die konnte man beim Schallplattenhändler als Kunde einzeln mit einer Lieferzeit von etwa vier Wochen beziehen. Die wurden dann firmenintern bei der Electrola von den jeweiligen Auslandsgesellschaften importiert.

Gruß
Klaus
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Odeon89
Sa Sep 21 2019, 19:03
Registriertes Mitglied #160
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 361
@ Stephan: Vielen herzlichen Dank für das Zeigen der ELECTROLA-Ausgabe!

@ Claus: Soweit ich weiß, gab es bei großen Plattenhändlern Listen, auf denen importierte Platten angeboten wurden. Zumindest war es wohl bei ALBERTI so, Stephan (Jitterbug) hatte mal eine entsprechende Liste gezeigt. Diese importierten Platten wurden mit Preisaufschlag verkauft, der aber - in Anbetracht des weiten Seeweges, den die Platten hinter sich hatten - meist nicht mal besonders hoch war (1-2 RM mehr).

@ Klaus: Danke für die Ausführungen!

Viele Grüße,
Kai

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snookerbee
So Sep 22 2019, 16:50

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4668
Herzlichen Dank für die Erklärungen. Ich vermute, es war nicht bei jedem Händler möglich, Auslandsware zu bestellen. Das mussten schon Geschäfte mit entsprechenden Verbindungen sein. Im Forum (glaube ich zu erinnern) war einmal die Rede von einer Mitarbeiterin eines solchen Geschäfts, die sogar die Besetzungslisten der ausländischen Platten hatte. Ich weiß leider nicht mehr, wo das stehen könnte. Interessantes Thema. Vielleicht finden sich noch Infos dazu.

VG Claus
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