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660 - In einer kleinen Taverne - Mike Danzi - 1939
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, snookerbee, krammofoon, Charleston1966, Der_Designer
Autor Eintrag
snookerbee
Fr Jul 05 2019, 23:47

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4497

Ein magisches Tangolied in ungewöhnlicher Instrumentierung,
gespielt im Aufnahmeraum IX im Zentral-Theater,
Alte Jakobstraße 32, Berlin-Kreuzberg:



In einer kleinen Taverne
Tango
(R. M. Siegel)
Michael Danzi, elektr. Gitarre
mit Orchesterbegleitung
Grammophon 11297 B

Im Wachs:
8552 ½ GR 9
Mechanisch.Copt.1939

Aufnahme:
12. Mai 1939
(nach R. Lotz)

Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder

GRAMMOPHON hatte den schönen Titel in der Version von Hans Busch noch einmal am Start: > CLICK <
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Polyfar41
Sa Jul 06 2019, 19:42
Radiohörer
Registriertes Mitglied #823
Dabei seit: Di Jan 12 2016, 19:31
Einträge: 201
Zwischen diesen beiden Versionen Danzi vs. Busch kann ich mich nicht entscheiden, ich finde alle beide gelungen. Bleibt noch festzustellen, dass die Busch-Aufnahme vier Monate früher entstand (Jan. 1939).

Die Hawaii-Gitarre ist übrigens älter als man denkt, es gibt sie mit dieser typischen Spielweise seit 1895 in der akustischen Version. Man griff beim Spielen nicht mehr mit den Fingern auf die Saiten, um die Töne zu fixieren, sondern sorgte mit einem Messer oder anderen Metallgegenständen für diesen gleitenden Klang, der den Reiz des Instruments ausmacht.
In Deutschland brachten Komponisten wie z.B. Kurt Weill (Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, 1930) und Paul Abraham (Die Blume von Hawaii, 1931) diese Klänge in ihre Bühnenwerke ein.
Der Schweizer Adolph Rickenbacher baute 1932 in USA die ersten Exemplare in Serie, die keinen Resonanzboden, dafür aber einen elektromagnetischen Tonabnehmer unterhalb der Saiten hatten. Die Wiedergabe erfolgte nun über Verstärker und Lautsprecher.
In der leichten Muse war Willy Behrendt einer der ersten deutschen Solisten dieses Instruments. Er machte seit den frühen 30er Jahren bis in die Mitte der 50er Jahre Plattenaufnahmen mit der Hawaii-Gitarre. Mike Danzi und Gino Bordin waren zwei weitere bekannte Künstler damals.
Später wurde das Instrument weiter entwickelt, so dass es auf Füßen steht (Table Steel bzw. Pedal Steel Guitar).

Viele Grüße
Klaus

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Musikmeister
Sa Jul 06 2019, 21:10
Registriertes Mitglied #226
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Einträge: 1045
Ich bevorzuge die Busch-Version, nicht nur weil sie 0,50 RM teurer war, aber mit der Hawaii-Gitarre kann ich mich einfach nicht anfreunden.
Dem Komponisten fielen solche Lieder immer im Italienurlaub ein, wie er in seinem Buche schreibt.
Die Busch-Version erschien im Mai 1939, die Danzi-Version im Oktober 1939. Beide Platten müssen sich gut verkauft haben, da beide noch im letzten Grammophon-Katalog mit Stand Dezember 1942 gelistet sind und somit den kriegsbedingten Einsparungen nicht zum Opfer fielen.
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snookerbee
Sa Jul 06 2019, 22:30

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4497
Vielen Dank für Eure Kommentare und die zusätzlichen Infos!

@Polyfar41:
Durch die Elektrifizierung der Hawaii-Gitarre wurde das Instrument besonders interessant für die amerikanischen Western-Bands der 1930er-Jahre, die damit dem Swing-Boom einen modernen Akzent entgegen setzen konnten. Außerdem waren die elektrischen Hawaii-Gitarren die ersten elektrisch verstärkten Gitarren überhaupt, die so populär wurden, dass später die Standard-Gitarristen (so hieß das in den Staaten, um den Unterschied klarzumachen) begannen, die Instrumente ihrer Steel-Kollegen auseinandernehmen, und den so druckvoll klingenden Tonabnehmer für ihre eigenen Instrumente adaptierten.

@Musikmeister:
Bei Ebay gibts momentan eine frühe Sternchen-Polydor-Pressung der Danzi-Aufnahmen mit den Stampern GO und GA. Das dürfte noch übertroffen werden können, denn meiner Meinung nach gabs auch eine Pressung mit orangenem Sternchen-Etikett.
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berauscht
So Jul 07 2019, 12:05
"Urgestein"

Registriertes Mitglied #19
Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1069
Danke für diese schöne Platte! Allerdings klingt sie für mich mit dieser Hawaii-Gitarre gar nicht italienisch.

Vor vielen Jahren (50 Jahre Caprifischer???) Gab es mal eine zwei Stunden Schellack-Radiosendung beim NDR über R. M. Siegel in dem sein Sohn persönlich über das Leben und Werken seines Vaters und dessen Italien-Leidenschaft berichtete.
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