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Der Sänger Hermann Schey (Hörbeispiele auf Grammophon, Vox und Clangor)
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, snookerbee, krammofoon, Charleston1966, Der_Designer
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livschakoff
Mi Jun 26 2019, 17:28
Registriertes Mitglied #483
Dabei seit: Do Feb 21 2013, 13:55
Einträge: 580
Nur die politischen Umstände haben womöglich verhindert,
daß Hermann Schey im Deutschland der 30er Jahre zur Konkurrenz
des großen Liedersängers Heinrich Schlusnus geworden wäre.
Immerhin konnte Schey seine Karriere im Ausland fortsetzen und auch gerade nach dem Krieg
noch außerordentlich lange als Sänger und Pädagoge wirken.
Es existieren bereits sehr frühe akustische Aufnahmen auf VOX.
Ob es auf Grammophon außer der Duett-Platte noch weitere (Solo-)Aufnahmen mit Schey gibt,
weiß ich nicht; die hier vorliegende Platte ist noch im Grammophon-Katalog von 1926 enthalten.
Die Clangor-Platte ist Bestandteil einer kleinen Serie von Liedaufnahmen,
die Schey auf diesem Label eingesungen hat.


GRAMMOPHON 14341
Matr. 1033 ar

Feinsliebchen, du sollst nicht barfuß geh'n
Musikarrangement von Johannes Brahms
Bertha Manz, Sopran und Hermann Schey, Bariton
mit Klavierbegleitung
Aufnahme: ca. 1921




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VOX 03257
Matr. 732 A

Tom der Reimer (Carl Loewe)
Hermann Schey mit Klavierbegleitung
(etwas gekürzte Version)
Aufnahme veröffentlicht im Dezember 1922





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CLANGOR M 9177
Wohin (Franz Schubert)
(aus dem Liederzyklus "Die schöne Müllerin")
Hermann Schey, Bariton
Michael Taube, Klavier
Aufnahme: 1932






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Wer noch weitere Informationen über diesen Sänger sucht, wird hier fündig:

Schey, Hermann, Baß, * 8.11.1895 Bunzlau (Schlesien), † 21.8.1981 Uerikon bei Zürich; seine Stimme wurde 1913-15 bei Henry von Dulong in Berlin ausgebildet. 1915 wurde er als Soldat eingezogen und konnte das Gesangstudium erst nach Kriegsschluß zu Ende führen. Seit 1922 betätigte er sich von Berlin aus als Konzert- und Oratoriensänger. Man bewunderte namentlich seine Kunst der Bach-Interpretation. Konzert-Tourneen brachten ihm in den europäischen Musikzentren große Erfolge. 1929 sang er in Amsterdam zusammen mit dem Concertgebouw Orchest unter Willem Mengelberg die »Kindertotenlieder« von Gustav Mahler und hinterließ dabei einen so nachhaltigen Eindruck, daß er seitdem alljährlich in Holland auftrat, vor allem in den denkwürdigen Aufführungen der Matthäuspassion von J.S. Bach unter Mengelberg. 1930 unternahm er eine große Tournee durch Polen, Rußland und die Balkanstaaten, 1932 gab er Konzerte in Paris, 1933 in Zürich. Er kreierte mehrere Lieder des Schweizer Komponisten Othmar Schoeck und sang 1930 in Berlin das Baß-Solo in der Uraufführung der Kantate »Das dunkle Reich« von Hans Pfitzner. 1934 emigrierte er als Jude nach Holland und wurde 1936 Professor am Konservatorium von Amsterdam, setzte aber seine erfolgreiche Konzerttätigkeit fort. Als Holland 1940 durch die deutschen Truppen besetzt wurde, mußte er sich bis zum Ende des Krieges im Untergrund versteckt halten. Dann nahm er seine Karriere wieder auf und wirkte beim Holland Festival und bei weiteren internationalen Festspielveranstaltungen mit. Konzertreisen führten ihn nach Deutschland, England, Österreich und in die Schweiz. 1968 bereiste er in einer triumphalen Tournee Israel. Dazu betätigte er sich weiter als Gesangslehrer. Er verbrachte seinen Lebensabend in der Schweiz.

Schallplatten: Frühe akustische Aufnahmen auf Odeon; auch Aufnahmen auf den Marken DGG, Christschall, Tri-Ergon, MMS und Concert Hall (Magnificat von J.S. Bach).

[Nachtrag] Schey, Hermann; 1933-35 trat er in Berlin in Liederabenden auf, die der Jüdische Kulturbund veranstaltete. - Schallplatten: Archiphon (Verdi-Requiem, Amsterdam 1937).

[aus: Lexikon: Schey, Hermann. Kutsch/Riemens: Sängerlexikon, S. 21644 (vgl. Sängerlex. Bd. 4, S. 3096; Sängerlex. Bd. 6, S. 594) (c) Verlag K.G. Saur]
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Musikmeister
Do Jun 27 2019, 19:03
Registriertes Mitglied #226
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Einträge: 1069
Sehr schöne Stimme! Alles mit einer Leichtigkeit und Routine vorgetragen!
Die Grammophon-Platte würde ich bzgl. der Aufnahme auf ca. Februar/März 1922 schätzen und die VÖ auf Mitte 1922. Im Katalog vom Sommer 1922 ist die Platte drin und blieb dort bis Ende 1926. Dann wurde sie anfangs 1927 auch ein Opfer des elektrischen Fortschritts. Das frühe Etikett sowie der unsichtbare 1.Stamper könnten auf die Erstpressung hindeuten. Es gibt Schey noch einmal auf Grammophon: im Jahre 1928 wurde u.a. mit ihm Beethovens Missa Solemnis aufgenommen (Grammophon 95152). Ausserdem gibt es vom 31.01.1928 noch 2 Electrola-Platten mit ihm (EG 812+817).
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Konezni
Fr Jun 28 2019, 00:21
Registriertes Mitglied #802
Dabei seit: So Aug 23 2015, 14:28
Einträge: 147
Auch für Ultraphon, Tell/Chant du Monde und Philips nahm er auf, zuletzt noch 1957 für Telefunken auf Vinyl. Am interessantesten sind die Konzert-Mitschnitte des niederländischen Rundfunks aus den späten 30er Jahren. Ob Schey im Liedgesang einem Heinrich Schlusnus hätte gefährlich werden können, ist jedoch kaum anzunehmen - dazu sang er zu modern. Ohne seine erzwungene Emigration hätte er allerdings durchaus mehr Geltung erreichen können.
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snookerbee
Fr Jun 28 2019, 18:35

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4606
Toll, dass man die Worte ohne viel Mühen verstehen kann, auch bei den frühen akustischen Aufnahmen. Das ist ein Umstand, der mich recht schnell entscheiden lässt, ob ich eine klassische Liederplatte zu Ende höre oder nicht. Hier gabs dreimal volle Spieldauer!

Danke für die schöne Stimme!
VG Claus
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