Foren

Schellackplatten Rundfunk - Musik ab 1900 :: Foren :: Schellack Sendungen von: :: monokel
 
<< Vorheriger Thread | Nächster Thread >>
Kapelle Eugen Jahn, Solist Rudi Häupel, Harmonika - Sommerfreude / Sprühregen
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, snookerbee, krammofoon, Charleston1966, Der_Designer
Autor Eintrag
monokel
Sa Dez 08 2018, 20:01
Registriertes Mitglied #388
Dabei seit: Mo Jul 09 2012, 14:03
Einträge: 1207
Nach Herrn Schittenhelm gleich noch einen mit total unbekannten Harmonika/Akkordion-Spieler auf Phonoton. Beide Titel sind recht flott.
Weiß jemand irgend etwas über Herrn Häupel? Das Netz gibt leider nichts preis (außer meiner Platte, aber nicht für diesen Preis und dem Anbieter )
Oder ist es gar ein Pseudonym??




Kapelle Eugen Jahn, Solist Rudi Häupel - Sommerfreude
Phonoton 1029 A


Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder





Kapelle Eugen Jahn, Solist Rudi Häupel - Sprühregen
Phonoton 1029 B


Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder
Nach oben
snookerbee
Sa Dez 08 2018, 21:09

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4320

Zu meiner Sendung der "Sommerfreude" > CLICK < hatte ich auch schon keine weiteren Infos zu Häupl gefunden. Allerdings stolperte ich in der Zwischenzeit über ein Suchergebnis bei Google-Cache, der von einer nicht mehr online zu findenden Seite des Freien Radio Kassel stammt. Dort wurde 2013 eine Sendung mit dem Schwerpunkt "Eugen Jahn auf Phonoton" ausgestrahlt, zu der ein mir nicht bekannter Autor folgende, die damalige Situation etwas erhellende Worte schrieb:



In unserer Sendung geht es um Phonoton-Aufnahmen mit der Kapelle Eugen Jahn. Im Vergleich zu den Aufnahmen für Brillant-Special hat sich das Niveau des Orchesters deutlich gehoben. An Stellen, an denen man es nicht erwarten würde, werden oft kurze Soli eingestreut, und zwar von Musikern, die wissen, was sie mit ihrem Instrument anstellen - und die, um es gelinde zu sagen, mit Sicherheit auch schon einige Jazzplatten gehört haben. Selbst bei den heute oft etwas schief angesehenen Harmonikaaufnahmen begleiten Saxophon- und Trompetensoli das Hauptinstrument, und auch die damals unvermeidlichen Schlager mit militärischer Thematik sind hiervon nicht unbedingt ausgenommen. Selbst Salonstücke, die ebenso unabwendbar zum damaligen Repertoire einer Tanzkapelle gehören, versucht man harmonisch interessant zu gestalten. Elegant vorgetragene Slowfoxes mit schöner Baßlinie und schleppender Schlaggitarre lassen eine gewisse Internationalität durchschimmern, die man in dieser Zeit einem deutschen Orchester zweiter Garnitur kaum zutrauen würde. Bei den Arrangements „schielt“ man zuweilen erkennbar nach Plattenaufnahmen von Kollegen aus der ersten Reihe (sehr deutlich bei „Alo-Ahe“ im Vergleich mit der Version von H.G. Schütz für die Grammophon). Es läßt sich vermuten, daß Eugen Jahn, der damals schon ein älterer Herr war und deshalb nicht gleich bei Kriegsausbruch zur Fahne geeilt wurde, durch eingezogene Musiker entstandene Lücken in der Besetzung mit „Importen“ aus den besetzten Ländern auffüllte - ganz so, wie es die Kapellmeisterkollegen der ersten Garnitur vormachten - und dann sein Phonoton-Engagement mit einer erheblich aufgefrischten Truppe antreten konnte. Das Orchester weist bei den Aufnahmen an einigen Stellen zwar immer noch leichte Schwächen auf, vor allem auch bei jenen Sängerinnen, die nicht Talent oder Routine ihrer Kollegin Gloria Astor oder ihrer männlichen Pendants Erwin Hartung und Erich Heyn zu besitzen scheinen. Diese kleinen Unsauberkeiten finden sich aber auch bei anderen reinen Schallplattenorchestern jener Jahre, wie z.B. der einmal treffend als meistunterschätztes Orchester jener Zeit bezeichneten Bigband von Theo Reuter. Sie können durchaus den Zeitumständen geschuldet sein - Zeitmangel für die Proben, hohen Kosten für Studioaufnahme und Material, Arbeitsüberlastung und nicht zuletzt dem beginnenden Kriegsalltag: Die ersten englischen Luftangriffe hatte Berlin zu dieser Zeit bereits über sich ergehen lassen müssen. Zeitgemäß in diesem Sinne sind wohl auch die bisweilen etwas kuriosen Schlagzeugsoli, die sich manchmal (was die Ausstattung angeht) doch ein wenig improvisiert anhören.
Diese Umstände trüben aber weder die Spielfreude des Orchesters noch den Hörgenuß der Plattenkäufer bzw. Rundfunkhörer.



VG Claus
Nach oben
monokel
Sa Dez 08 2018, 21:38
Registriertes Mitglied #388
Dabei seit: Mo Jul 09 2012, 14:03
Einträge: 1207
Und ich habe deine Platte auch kommentiert und nicht gesucht. Ich war der Meinung die gibt es nicht so oft. SORRY!!
Danke auch für den Artikel der einiges zu Phonoton preisgibt.
Ansonsten findet man ja zu diesem Label fast garnichts.

LG und Sorry
Michael
Nach oben
snookerbee
So Dez 09 2018, 21:31

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4320
Allet jut ...
Nach oben
 

Forum:     Nach oben

Syndicate diesen thread: rss 0.92 Syndicate diesen thread: rss 2.0 Syndicate diesen thread: RDF
Powered by e107 Forum System