Foren

Schellackplatten Rundfunk - Musik ab 1900 :: Foren :: Schellack Sendungen von: :: krammofoon
 
<< Vorheriger Thread | Nächster Thread >>
Daisy Bell - Orchestra Mascotte - 1410
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, snookerbee, krammofoon, Charleston1966, Der_Designer
Autor Eintrag
krammofoon
Di Dez 04 2018, 20:05
Schellack-Gnadenhof

Registriertes Mitglied #194
Dabei seit: Mo Jun 27 2011, 20:47
Einträge: 2446
Servus :-)

Tonträgerformat: 10" PARLOPHONE - elektrisch

Bestellnummer - falls bekannt: F. 1804

Matriznummer - falls bekannt: Be 10154

Erscheinungsjahr - falls bekannt: 1941 (1932 erschien wohl die ursprüngliche Fassung auf ODEON).....

Zustand á la "Schellack-Gnadenhof": geht noch.....

Sonstiges: wenn meine Recherche stimmt, handelt es sich bei diesem ORCHESTRA MASCOTTE um ein Pseudonym für eine Orchesterformation von Dajos Béla.

Unter der Rubrik "Trivia" ließe sich noch vermerken, dass sogar eine singende Säge mitmacht

Viel Freude damit!

Gruss
Georg




Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder


Nach oben
Polyfar41
Mi Dez 05 2018, 00:08
Radiohörer
Registriertes Mitglied #823
Dabei seit: Di Jan 12 2016, 19:31
Einträge: 118
Die Aufnahme der Mx. Be10154 wurde am 17.Dezember 1932 in Berlin gemacht und anschließend auf Odeon O-11772 veröffentlicht.
Im Aufnahmebuch stehen als Interpreten das Wiener Bohème-Orchester, Leitung Dr. (Frieder) Weissmann, und die 6 Bohemians, die so schön mh-mh-mh-mh machen.

Eine sehr interessante Aufnahme, in der instrumental-solistisch allerhand geboten wird von der Zugflöte (nein, es ist nicht die singende Säge) bis hin zur großen Odeon-Orgel, einer Pfeifenorgel aus dem Jahr 1928 der Firma M. Welte & Söhne GmbH in Freiburg, die im Raum II, dem großen Saal in der Schlesischen Straße gestanden hat und Anfang 1945 durch kriegsbedingte Brandeinwirkung zerstört wurde.

Vielen Dank für die Präsentation dieser mir bisher unbekannten Platte
und viele Grüße
Klaus
Nach oben
livschakoff
Mi Dez 05 2018, 01:06
Registriertes Mitglied #483
Dabei seit: Do Feb 21 2013, 13:55
Einträge: 537
Hier ist die originale ODEON-Ausgabe:



Nach oben
krammofoon
Mi Dez 05 2018, 08:51
Schellack-Gnadenhof

Registriertes Mitglied #194
Dabei seit: Mo Jun 27 2011, 20:47
Einträge: 2446
Servus :-)

Vielen Dank, Klaus und Volker für die profunde Ergänzung meiner Sendung!

Eigentlich schon seltsam, dass anscheinend verschiedene Orchester den gleichen Namen verwendet haben/verwenden konnten.

Lag das an einer eventuellen Rechtefreiheit der Namen oder war das alleine Sache der Plattenverlage, was die da wem als Alias gaben?

Außerdem habe ich gestern im Fundus noch eine DECCA entdeckt, welche wohl aus den 30ern stammt; mit gleichem Titel. Ich werde die heute abend mal probehören und dann ggf. noch als weitere Ergänzung senden.

Zu der Zugflöte sei gesagt, dass ich an die schon gedacht hatte, aber mir auf dieser Aufnahme das Unterscheiden echt schwer fiel.

Gruss
Georg
Nach oben
Polyfar41
Mi Dez 05 2018, 22:57
Radiohörer
Registriertes Mitglied #823
Dabei seit: Di Jan 12 2016, 19:31
Einträge: 118
Verschiedene Orchester unter demselben Namen?

Das geht eigentlich nur im Studio. Ich beschreibe das mal salopp so:
Da lasse ich die Musiker, die gerade anwesend sind, mit irgendeinem meiner Hausdirigenten, der gerade Zeit hat, ein bißchen proben und mache dann die Aufnahme. Wenn dann auf dem Etikett der Name XY-Tanzorchester oder ...Boheme-Orchester steht, kann sich draußen eh niemand was Genaues darunter vorstellen.

Zu den Aliasnamen:

Was das betrifft, glaube ich, dass die Initiative zu diesen Pseudonym-Orgien grundsätzlich von den Vertriebsleuten der Schallplatten-Firmen ausgeht.
Ich als Künstler habe doch eigentlich kein Interesse daran, vor meinem Publikum unter verschiedenen Namen aufzutreten, aber die Plattenfirma kann da unterschiedliche Ziele verfolgen.
Möglichkeit 1:
Man will mehr Interpreten-Vielfalt vortäuschen als in Wirklichkeit vorhanden ist; ich denke da an das Beispiel Otto Dobrindt mit den fast zahllosen diversen Personen- und Orchesternamen.
Möglichkeit 2:
Ursache kann die Verwertung von Aufnahmen auf Zweit- oder Drittlabels sein. Ich kann ja einem Kunden nicht erklären, warum die Schallplatte eines bestimmten Künstlers auf dem einen Label doppelt so viel kostet wie auf dem anderen. Hier kann ich mit einem Aliasnamen versuchen, unterschiedliche Interpreten zu suggerieren.
Möglichkeit 3:
Ein Künstler ist bei Firma A vertraglich engagiert, dann muss ihn Firma B, wenn er dort auch singen soll, hinter einem Pseudonym verstecken.
Möglichkeit 4:
Ein hierzulande bekanntes Orchester ist im Ausland ein No-Name-Orchester. Mit einem anderen Namen erreiche ich dort unter Umständen mehr Aufmerksamkeit für die betreffende Schallplatte.
Möglichkeit 5:
Ein Orchester mit deutsch klingendem Namen ist 1941 in einem bestimmten Land überhaupt nicht beliebt, dann beseitigt ein international klingender Name auf dem Etikett die Abneigung.
Also man sieht schon, es gibt mehrere mögliche Gründe für die Verwendung von Aliasnamen.

Viele Grüße
Klaus


Nach oben
 

Forum:     Nach oben

Syndicate diesen thread: rss 0.92 Syndicate diesen thread: rss 2.0 Syndicate diesen thread: RDF
Powered by e107 Forum System