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484 - Vier Worte möcht' ich Dir nur sagen / Rheinlandmädel - Herbert Ernst Groh & Jazzorchester
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, snookerbee, krammofoon, Charleston1966, Der_Designer
Autor Eintrag
snookerbee
Mo Jul 31 2017, 20:22

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4379

Um mal einen Eindruck zu bekommen, wie eine Platte der damals in Leipzig ansässigen "Bachaphon"-Werke klingt, reiche ich hier ein Audiobeispiel zum Forenthread nach.

Man fragt sich schon, warum diese Aufnahme von vermutlich 1928 (Werbeanzeige für COLIBRI-Platten > CLICK < "Erstklassige Tonwiedergabe!") mit so einer schlechten Technik gemacht wurde. Der Frequenzgang bis nur knapp über 3 Khz und ein nicht zu überhörender Un-Gleichlauf des Aufnahmegerätes plagen das Ohr. Besonders schlimm wird es während der letzten Gesangstakte. 95 Pfennige pro Platte - das ist dann beinahe schon zu teuer...

Die Musik ist ganz nett, mehrstimmige Trompeten, wimmerndes Saxophon, satte Posaune ... Eben zeittypisch gespielt und hier in kleiner Besetzung dargeboten. Solch ein reduziertes Arrangement wird wohl auf so manchem Tanzfest zu hören gewesen sein.

Erkennt jemand den Sänger?



Vier Worte möcht' ich
Dir nur sagen

Foxtrot v. Ralph Erwin
Jazz-Orch.m.Ref.Ges.
COLIBRI 15 cm
Kat. 1054 A
117

Im Wachs:
117 [gestempelt]
B 117 [handschrftl.]

Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder


[ Bearbeitet Di Aug 08 2017, 18:57 ]
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Charleston1966
Di Aug 01 2017, 10:28

Registriertes Mitglied #449
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Einträge: 1700
Das nennt man wohl Minimalismus as it´s best. Die Stimme erkenn ich leider auch nicht, allerdings ist das Talent auch eher als minimalistisch zu bezeichnen, oder wie würde es ein bekannter Pop Produzent formulieren: "Der beste Sänger unter der Sonne ist er nicht". Aber die Platte is ein schönes Klangbeispiel im Vergleich zu anderen Herstellern und was die in der Zeit bereits auf die Beine gestellt haben. Gut man darf natürlich dieses Plättchen nur mit anderen Miniplatten vergleichen, die relative Rillengeschwindigkeit ist bei dem kleinen Durchmesser natürlich viel geringer als bei einer 25cm Platte. Und wenn ich an so manche Derby denke............ die haben teilweise auch nicht besser geklungen, ok kommen ja auch aus verschiedenen Manufacturen.
Danke für die Sendung und dem schönen Klangbeispiel.

LG Karlheinz

[ Bearbeitet Di Aug 01 2017, 10:30 ]
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monokel
Di Aug 01 2017, 20:03
Registriertes Mitglied #388
Dabei seit: Mo Jul 09 2012, 14:03
Einträge: 1254
Ich möchte dir 2 Worte sagen: gefällt mir!
Danke für diese Sendung.

Michael
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Gast
Fr Aug 04 2017, 13:20
Gast
Ein Wiederhören mit einer mir einst vertauten Stimme. Ich habe ihn noch live erlebt.
Beim Wandern bin ich ihm zum ersten Mal begegnet. Ich trillerte so vor mich hin, da sagte einer zu mir, du singst falsch, du musst das so und so singen, mit viel Schwung.Und dann sang er mir das Liedchen vor. Und schließlich trillerten wir im Duett.
Ich bin ja von den Socken, den "kleinen, gemütlichen Dicken" erkennt Ihr nicht ?
"Der beste Sänger unter der Sonne ist er nicht", lese ich hier.
Es liegt wohl an der schlechten Aufnahmequalität, dass ihr ihn nicht erkennt.
Ich will das Geheimnis noch nicht lüften.
Nun bin ich wirklich neugierig geworden, was singt er denn schönes auf der Rückseite ?
Viele Grüße
Gast

[ Bearbeitet Fr Aug 04 2017, 13:21 ]
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snookerbee
Fr Aug 04 2017, 17:56

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4379
Lieber Gast,

mit dem Erkennen von Stimmen, besonders 1920erJahre, hab ich so meine Schwierigkeiten. Daher interessiert mich sehr Deine Meinung. Und ja, die leiernde Tonqualität tut der Stimme nicht gut. Ich habe die Platte zwar sorgfältig zentriert, aber es klingt trotzdem verstimmt. Muss also an der Aufnahmetechnik liegen. Die zweite Seite ist "Reihnlandmädel" von Ostermannn. Werde sie dann nachher noch senden.

VG Claus
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snookerbee
Fr Aug 04 2017, 20:35

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4379

Auf Anfrage gibt es noch die Rückseite.
Auch hier ist der Gleichlauf nicht perfekt.



Rheinlandmädel
Marschlied v. Ostermann
Jazz-Orch.m.Ref.Ges.
COLIBRI
Kat. 1054 B
119

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berauscht
Fr Aug 04 2017, 20:54
"Urgestein"

Registriertes Mitglied #19
Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1061
Die Colibri-Platten sind ja alle noch akustisch Aufgenommen. Man wollte die Kosten für die Verstärkerlizenz sparen.
Die Musik ist, wie du schriebst, ganz nett. Den Sänger erkenne ich nicht.
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Gast
Mo Aug 07 2017, 17:38
Gast
Der gesuchte Sänger stand bei diesen Aufnahmen noch ganz am Anfang seiner großen Kariere. Diese Aufnahmen (und hiervon gibt es einige) trugen dazu bei, sein Studium (Ausbildung zum Tenor) zu finanzieren. So sang z.B. schon mit 13 Jahren in einem Konzert in Basel. Er war ein großes Talent.
Wichtig beim Singen ist die Atmung, sagte er mir einmal, sonst wirst du beim Singen in höchsten Tönen "verhungern".
Er hatte eine bestimmte Gesangstechnik. Diese hielt er ein lebenlang bei.
Dadurch erkenne ich seine Stimme auf Anhieb.
In dritter Ehe war er mit Friedel Blasius verheiratet.
Nun werdet Ihr bestimmt wissen, wer er ist.
Viele Grüße
Gast


[ Bearbeitet Mo Aug 07 2017, 17:47 ]
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livschakoff
Mo Aug 07 2017, 18:40
Registriertes Mitglied #483
Dabei seit: Do Feb 21 2013, 13:55
Einträge: 549
Das ist der ganz junge Herbert Ernst Groh - dieser Mann konnte wirklich singen...
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snookerbee
Mo Aug 07 2017, 18:41

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4379
Vielen Dank für die Info. Darauf wäre ich ohne den "Publikumsjoker" nicht gekommen!

> CLICK <
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Gast
Di Aug 08 2017, 15:31
Gast
Schön finde ich, dass sich Aufnahmen aus seiner Anfangszeit erhalten haben. Ich war wirklich angenehm überrascht, diese hier zu hören.
Für Deine tolle Sendung nochmals herzlichen Dank.
Viele Grüße
Gast
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snookerbee
Di Aug 08 2017, 17:14

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4379
Da freue ich mich auch! Die Sendung hat somit ihren Zweck voll erfüllt. Dass eine verbogene und verdreckte 15cm-Platte aus einem finsteren Trödelladen so viel Spaß macht, hätte ich nicht erwartet.

VG Claus
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Konezni
Mi Aug 09 2017, 13:49
Registriertes Mitglied #802
Dabei seit: So Aug 23 2015, 14:28
Einträge: 124
Hat jemand die 118 (Konstantinopel {Constantinople}), 120 (Warum hat das Zebra) oder 121 (Was weißt denn du)? Ob da ebenfalls Groh singt? Auch bei späteren Nummern wäre er denkbar...
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Konezni
Fr Aug 11 2017, 00:01
Registriertes Mitglied #802
Dabei seit: So Aug 23 2015, 14:28
Einträge: 124
Konnte inzwischen die Seiten 113, 114, 117 - 121, 123, 124, 128 & 129 hören - überall dieselbe Stimme, die in der richtigen Geschwindigkeit tatsächlich nach Groh klingt.
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snookerbee
Fr Aug 11 2017, 11:55

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4379

Danke für die Ergänzung. Auf der Seite des Lotz-Verlags steht ja die Liste der Bachaphon-Platten > CLICK < . Dort ist Gesang und Orchester noch nicht identifiziert.

Ob die Aufnahmen auch in Leipzig, dem Standort der Bachaphon, entstanden? Groh war lt. Bio > CLICK < bis 1928 in Darmstadt am Theather angestellt und danach längere Zeit in Italien. Dann müssen die Platten in der kurzen Zeit dazwischen besungen worden sein. Von einem Aufenthalt in Leipzig oder Berlin, dem Zentrum der Plattenindustrie, ist in der Bio jedenfalls für diese Zeit nichts erwähnt.
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