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Silver Bell - Ada Jones & Billy Murray - 248
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, snookerbee, krammofoon, Charleston1966, Der_Designer
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krammofoon
So Feb 16 2014, 19:54
Schellack-Gnadenhof

Registriertes Mitglied #194
Dabei seit: Mo Jun 27 2011, 20:47
Einträge: 2607
Servus :-)

Hier, wie bereits im Forenthread über meinen neuesten "Sohn" angekündigt, eine saubere Aufnahme einer EDISON BLUE AMBEROL mit der Nummer 1524. Die Walze stammt aus 1912 und die beiden Interpreten stellen wie kaum jemand anderer, Künstler der Walzenära dar.

Ein schönes Liebesliedchen bringen uns die beiden hier zu Gehör, welches aber in zig Variationen existiert, aber trotzdem sehr nett anzuhören ist. Absoluter Mainstream zwar, aber definitiv zeitgenössische U-Musik.

Ursprünglich wollte ich ja auch für meinen Amberola 50 einen Edigrabber bauen, um die Walzen adäquat digitalisieren zu können. Allerdings habe ich hier mit einer Besonderheit zu kämpfen, welche dieses Unterfangen - bisher - leider unmöglich macht:
der Stutzen der Schalldose ist hier anstelle 16 mm wie beim Edison Home nur 10 mm im Innendurchmesser. Die von mir verwendeten Mikros sind allerdings sehr empfindlich, so dass hier der Schalldruck jeglichen sauberen Ton verhindert. Auch Durchmesservergrößerungen des Edigrabber-Anschlusses helfen hier nicht. Ich habe zig Varianten zusammengebaut mit unzähligen Punkten wo ich in denen drin das Mikro platziert hatte. Nix hat geholfen....... Tonausbeute zum heulen.

Irgendwann hat mich dann der Frust gepackt und ich habe die Mikrokapsel an sich direkt im Trichter, kurz vorm ersten Knie, eingesetzt. Natürlich ist das sicher keine Digitalisierung im klassischen Sinne, aber das Ganze ist so dicht durch Schaumstoff den ich drumherum gesetzt habe, dass sich Umgebungsgeräusche nicht bemerkbar machen...... weder sprechen, husten, Waschmaschine noch sonst was.
Das Einzige was man hier hört sind ein paar mechanische Geräusche, welche der Phonograph von sich gibt. Ein wenig Rumpeln, bzw. Laufgeräusche der Zahnräder, bzw. des Motors an sich.
Dies ist aber in keinster Weise störend und diese Kulisse hatte ich beim ersten Edigrabber für den Home ebenfalls! Von daher alles gut und vor allem brauchbar, um es hier vorstellen zu können.

Was ich ebenso bei den Blue Amberols mir zu Eigen mache, ist NICHT zu filtern. Außer in Mono umzuwandeln und zu normalisieren mache ich hier rein gar nichts, denn dieser Walzentyp hat eine so geniale Tonqualität, dass es einen schier freut. Sowas bei den Schellacks....... ach ja, das wär´s.......

Genug gelabert...... ich wünsche viel Freude mit der Aufnahme und freue mich schon auf Euer Feedback was die Tonqualität betrifft.

Gruss
Georg




hier mal die schöne blaue Farbe dieses Walzentyps in voller Ansicht:




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[ Bearbeitet So Feb 16 2014, 19:55 ]
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Formiggini
So Feb 16 2014, 20:47
Seitenbetreiber

Registriertes Mitglied #109
Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1478
Hätte jetzt fast geschrieben "für eine -Mikro in Trichter- Aufnahme" hört es sich aber gut an.

Falsch.

Deine Überspielung hört sich einfach gut an!

Wie war das nochmal, wir wachsen mit unseren Herausforderungen... *grins

Hier irgendwas zu filtern wäre wirklich ein Verbrechen. Mich erstaunt immer wieder mit welcher Präsenz eine Walzenaufnahme im Vergleich zu einer Seitenschrift-Aufnahme wahrgenommen wird.
Wenn die gute Ada gegen Ende noch in einen Charleston-Beat verfallen würde... *weg

Grüße
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Charleston1966
So Feb 16 2014, 21:28

Registriertes Mitglied #449
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Einträge: 1735
Hallo Georg,

ich weiß auch net, aber der Titel hat Ohrwurmpotential, immer wieder kommt mir das Ding in den Sinn und ich werds dann nicht mehr los - hehehehe. Ich find es klingt sehr sauber. Was mir jetzt im Gegensatz zur Videoaufnahme auffällt ist ein leicht zittriger Klang, bitte nicht hauen, ich weiß ja was du für Arbeit mit dem Amberola hattest. Aber vielleicht hast du ja mal Muse dem ganzen auf den Grund zu gehen. Ist ja auch nur ganz leicht.
Naja es gab schon Schellackplatten, oder sagen wir mal Schallplatten aus der Zeit die eine ebenso gute Qualität hatten. Edison Diamond Discs, kommen ja aus dem gleichen Stall.

LG
Karlheinz

[ Bearbeitet So Feb 16 2014, 21:30 ]
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snookerbee
So Feb 16 2014, 21:42

Registriertes Mitglied #166
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 4646
Das stimmt, Karheinz. Definitive Diagnose: Ohrwurmbefall!

Die Tonschwankungen sind mir auch aufgefallen, aber ich dachte, es liegt vielleicht am Original.

Dieser tolle plastische Klang kommt wohl daher, dass man kaum Rauschen des Materials hört. Da werde ich richtig neidisch, denn selbst gute Schellacks bieten immer ein gewisses Grundrauschen.

Grüße
Claus
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krammofoon
So Feb 16 2014, 21:44
Schellack-Gnadenhof

Registriertes Mitglied #194
Dabei seit: Mo Jun 27 2011, 20:47
Einträge: 2607
Servus :-)

Zittern? Ja klar.... fiel/fällt mir auch auf. Das allerdings liegt nicht an meiner Maschine oder deren Einstellung, sondern daran, dass die Walze einen guten Schlag hat. Das sieht man kaum auf dem Video, aber wenn man mal während des Spiels druntersieht, meint man fast, die Nadel wäre ein Flummi, so geht die auf und ab.

Was auch ein Problem(chen) hätte sein können, ist der gebrochene Schalldosenträger. Den hatte ich ja für den Moment geklebt. Da die Klebefuge allerdings nicht auf Null-Toleranz geht, sondern gut 1/3 bis 1/2 mm breit ist, um genügend Kleber zum Halten zu haben, kommt die sog. "Halfnut", also die Transportschraube für die Spindel ebenso diese paar Zehntel außer Führung, sprich bei meinem Amberola liegt diese Schraube wesentlich leichter im Führungssinne auf der Spindel auf. Obwohl ich hier schon auf der letzten Toleranz eingestellt habe, gelingt es nicht zu 100% dieses satte Aufliegen zu erzielen.
Allerdings ist hier die Abhilfe schon quasi im Anmarsch.... im April bekomme ich aus den USA einen neuen Arm mitgebracht (Danke Norman ;-) ........).

Was mich auch nicht an meinen Einstellkünsten, bzw. meinem Amberola zweifeln lässt, sind andere Walzen, welche wieder schön gleichmäßig laufen, wie z. B. die zweite Aufnahme von heute abend in meinem Sender.

Von daher gebe ich mir also selber Entwarnung ;-)

Gruss
Georg
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Willi-H-411
Mo Feb 17 2014, 08:59
Registriertes Mitglied #247
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Einträge: 1520
Haben wir nicht alle einen Schlag weg? *grins

Diese Walzenaufnahmen haben in der Tat recht viel "Druck" im Klang. Norman vertritt die Ansicht, das läge wohl daran, daß hier der "konservierte Schall" direkt auf die Membran einwirkt, im Gegensatz zur Seitenschrift, wo ja zwischen der Rille und der Membran erst noch ein Hebel sitzt (so wie ich ihn verstanden habe).

Das mit der "Mikro-Technik im Trichter" werde ich auch mal ausprobieren. Läßt sich vielleicht auch für Grammophone anwenden.

VG Willi



PS: Werde wohl heute Nachmittag einen HNO-Arzt aufsuchen, damit er mir den Ohrwurm entfernt.


[ Bearbeitet Mo Feb 17 2014, 09:00 ]
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