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Ball Orchester der E.I.A.R - Parade der kleinen Engel 1942
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Charleston1966
Autor Eintrag
SchellackFreak
Sa Nov 30 2013, 11:35 Druck Ansicht

Dabei seit: Mi Sep 16 2009, 22:06
Einträge: 1132
Eine fantastische Aufnahme der Serie ``Cetra´´. Wie es aussieht eine Matriz-Übernahme. Wer kann mir mehr über Orchester und Aufnahme sagen?

Parade der kleinen Engel Teil 1+2
Ball Orchester der E.I.A.R
Dirigent: Angelini
Grammophon 47627
Matritzen: 51003/51004
Aufnahme: 1942


Teil.1




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Teil.2




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[ Bearbeitet Do Mär 13 2014, 18:56 ]
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Grammophonteam
Fr Dez 20 2013, 22:40

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Einträge: 962
Kommentarübernahme aus alten Schellack-Blog:

  • Musikmeister:

Ball-Orchester ist hier ja irreführend
EIAR (Ente Italiano per le Audizioni Radiofoniche) war der damalig einzige öffentlich-rechtlich Radiosender in Italien mit Hauptsitz in Rom, wo auch diese Aufnahme entstand. Für Plattenaufnahmen war überwiegend das hauseigene Sinfonieorchester mit klassischem Repertoire genutzt worden. Rein von der Bestellnummer her hätte die Platte im Juni/Juli 1942 erscheinen müssen. Sie wird aber erst im letzten Grammophon-Hauptkatalog (Dezember 1942) erwähnt. Somit recht seltene Platte und scheinbare Erstpressung. Fraglich, ob die Platte nochmal mit Siemens Polydor-Label ab dem Jahre 1943 veröffentlicht wurde.

Donnerstag 27 Juni 2013 - 21:18:36


  • Géczy77:

Mitreissend auf jeden Fall!

Donnerstag 27 Juni 2013 - 23:46:50


  • SchellackFreak:

@Musikmeister: Vielen Dank für die Aufklärung

Freitag 28 Juni 2013 - 10:12:01


  • rodaroda:

Tolle Platte und die kleinen Engel sind eher kleine Bengel, da geht ja echt die Post ab.
Super Aufnahme.

Montag 22 Juli 2013 - 14:56:53
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jitterbug
Do Mär 13 2014, 11:45
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Einträge: 696
Bei dieser Platte gab es mal weder einen deutschen Übersetzer, der übereifrig (vielleicht weil er im Lexikon nachschlug) dabei war:

Angelo = der Engel, Agelino = der kleine Engel
Angeli = die Engel, Angelini = die kleinen Engel
Maestro Angelini = der Bandleader (Angelo) Cinico Angelini

"Parata Angelini" = "Parade des Bandleaders Angelini" (Genitiv), nicht der kleinen Engel...

Aber das macht die Sache nur noch interessanter, wie der "Skandal in einer Wohnung" von Benny Carter auf Imperial, wo die Tonart "a flat" ("as") als "flat/appartment" fehlgedeutet wurde.

Wunderbare Platte, nicht leicht zu kriegen, mir ist sie als "Grammophon"-Pressung (wie abgebildet) und als grüne "Polydor" für den deutschen Export bekannt.
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Limania
Do Mär 13 2014, 16:24
Dabei seit: Mo Mai 21 2012, 15:14
Einträge: 1791
Super Platte

für diese Sendung.

LG Limania
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Mr_Swingtime
Do Mär 13 2014, 18:26
Dabei seit: Do Jan 01 1970, 01:00
Einträge: 1302
Herrlich swingende Aufnahme aus einer Zeit, in der diese Musik verboten war. Vielen Dank für diese Rarität!!!
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Allotria
Do Mär 13 2014, 18:58
Dabei seit: Mi Jul 31 2013, 18:39
Einträge: 78
Tolle Platte. Vielen Dank für´s Einstellen.
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Sondermeldung
Do Mär 13 2014, 19:22
Gast
Mr_Swingtime schrieb ...

Herrlich swingende Aufnahme aus einer Zeit, in der diese Musik verboten war.



????

Entschuldigung, aber diese Aussage ist schlicht und einfach falsch !



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Charleston1966
Do Mär 13 2014, 20:24

Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Einträge: 1589
Super Platte, vielend Dank für die Sendung

LG
Karlheinz
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Grammophonteam
Do Mär 13 2014, 20:32

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Einträge: 962
Zu Jazz im "Dritten Reich": > CLICK <
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snookerbee
Sa Mär 15 2014, 01:01
Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 3576
Hier wurde bestimmt nichts verboten. Sonst hätte man diese Platte nie veröffentlicht und wir könnten sie nicht genießen.



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jitterbug
Sa Mär 15 2014, 15:59
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Einträge: 696
Mr_Swingtime schrieb ...

Herrlich swingende Aufnahme aus einer Zeit, in der diese Musik verboten war. Vielen Dank für diese Rarität!!!

Werter Mr_Swingtime,

Ihre Aussage ist schlichtweg falsch! So irritiert mich der von Ihnen selbst gewählte Name, wenn Sie zu dem Thema Swing faktisch sehr unbedarft zu sein scheinen: Ich empfehle, dass Sie sich durch die seit vielen Jahren bekannte einschlägige Literatur arbeiten, entsprechende Hinweise finden sich in diesem Forum.

Viele Grüße vom Swingfreund und Autor Stephan Wuthe
(seit 1995 Doamin: swingtime.de) > CLICK <
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Mr_Swingtime
So Mär 16 2014, 18:56
Dabei seit: Do Jan 01 1970, 01:00
Einträge: 1302
Vielen Dank für die nachdrücklichen Hinweise zu meinem Kommentar.
Ich korrigiere meine Aussage zur Swingmusik als "nicht erwünscht" im Dritten Reich. Zudem versichere ich, dass ich schon viele Jahre ein Liebhaber dieser Musikrichtung bin und auch nicht unbedarft daher komme. Eine Streitkultur sollte auch mal eine Fehlformulierung zulassen. Vielen Dank!!!
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jitterbug
Mo Mär 17 2014, 10:05
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Einträge: 696
Hallo Mr_Swingtime,

es ist sehr heikel mit jenen "Fehlformulierungen", auch der von Ihnen gewählte Begriff "nicht erwünscht", bwz. "unerwünscht" ist von der damaligen NS-Zensur besetzt worden und entspricht einem damals ausgesprochenem Verbot, erscheint mir im historischen Zusammenhang leider ebenfalls unpassend.

Ich bedaure, wenn ich Ihnen jetzt harsch erscheinen mag, doch wäre nicht ein neutraler, doch anerkennender Begriff zu dieser Aufnahme wie "überraschend" oder "ungewöhnlich" oder gar "herausragend" passender?

Ich möchte dazu auf ein sehr schönes Projekt von Knud Wolffram verweisen, das sich genau dieses Themas annahm:

Es handelt sich um die CD "Unerwünschte Musik", erschienen 2005 auf Pumpkin Pie. Ich empfehle die reale CD (kein mp3-Download), da das Booklet einen präzise recherchierten Text zu dem Thema beinhaltet und aufzeigt, dass erschreckend wenig in der NS-Zeit "unerwünscht" war.

Die Platte von ANGELINI, aufgenommen für die italienische CETRA in Turin am 4.7.1941, ist eine wunderbar swingende Aufnahme, die auch heute noch mit heißester Solistik beeindruckt. Sie ist als Pressung der DEUTSCHEN GRAMMOPHON im Matrizenaustausch hierzulande 1942 regulär in Katalogen gelistet und regulär in den Handel gekommen. Erst im Frühjahr 1944, nachdem die italienische Politik sich von NS-Deutschland abwandte, waren generell italienische Aufnahmen nicht mehr wohlgelitten in Deutschland. Dann dürfte auch die ANGELILNI-Platte als "unerwünscht" - pauschal mit allen italienischen Platten - diffamiert worden sein.

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde größter Werbeaufwand getrieben, um amerikanische Jazzplatten und europäische Swing- und Hot-Dance-Musik auch hierzulande zu verkaufen und populär zu machen. Mt Beginn des Krieges war generell alles Britische verboten (Feindstaatlichkeit), doch war es nicht verboten "amerikanisch" zu singen. Entsprechend bezeichnete Aufnahmen wurden bis zum japanischen Angriff auf Pearl Harbour im Dezember 1941 in Deutschland verkauft (Grammophon/Polydor/Brunswick).

Es ging den Firmen hierbei darum, politische Zensur zu umgehen, doch weiterhin mit Umsätzen erfolgreich zu bleiben: Potentielle Käufer moderner und "fremdländischer" Tanzmusik mussten weiterhin befriedigt werden.

Bei aller Euphorie über spannende und ungewöhnliche Aufnahmen, sollten wir auf unsere präzisen Formulierungen achten: Über Jahrzehnte hinweg wurden betreff Kulturleben, Jazz, Swing und Verboten Fehlinformationen aus den unterschiedlichsten Motivationen heraus gepflegt. Unsere Aufgabe unter anderem in diesem Forum ist es, diese Fehler endlich zu korrigieren: Dabei helfen unvorsichtige und unbedachte "Fehlformulierungen" leider überhaupt nicht weiter.

Schließlich wollen wir uns gemeinsam an den Dokumenten und der Musik erfreuen und sie im historischen Kontext bewerten.

Beste Grüße, yours "swingcerely" Stephan Wuthe
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Beda
So Mär 19 2017, 01:10
Dabei seit: Fr Sep 23 2011, 18:33
Einträge: 22
Es ist aber sehr wohl erklärungsbedüftig, warum ursprünglich als "Neger-Jazz" und "jüdisches Aftergequäke" denunzierte Musik, zunächst als "undeutsch" bezeichnet, zu einem späteren Zeipunkt der NS-Kulturpolitik aber geduldet bzw. sogar gefördert würde.
Es handelt sich auch eigentlich nicht um Falschinformationen sondern um einen Vergleich mit dem ursprünglichen Anspruch der NS-Kulturpolitik.
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Beda
So Mär 19 2017, 15:17
Dabei seit: Fr Sep 23 2011, 18:33
Einträge: 22
Das diese heiße Swingmusik "unerwünscht" war, ist durchaus richtig, wenn angegeben wird, von wem nicht gewünscht. In erster Linie von der Reichsmusikkammer und Teilen der NSDAP.
Die Schwierikeit liegt ja grundsätzlich darin anzugeben, was denn "deutsche Musik" ist. Positiv kann das niemand bestimmen, bestenfalls lässt sich sagen, was es nicht sein soll. Kein "Niggerjazz", aber "melodiöser Jazz". Nun hat aber jedes Jazzstück eine Melodie. Was nun gestattet wird und was nicht ist ist Geschmacksache, Ermessenssache und richtet sich z.B. nach jeweiligen politischen Interessen.
Der Kulturbetrieb im 3. Reich war nicht in dem Maße gleichgeschaltet, wie das manche Oberaufseher gerne gehabt hätten, weil es sehr unterschiedliche Interessen gab z.B. zwischen Reichsmusikkammer und Schallplattenfirmen. Die Platten sollten ja schließlich verkauft werden und die Kontrolleure wollten ja durchaus auch, dass da Publikum sich unterhält.
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