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Five Songs: Vera (Ultraphon A 1072)
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Charleston1966
Autor Eintrag
humoresk
Di Mär 07 2017, 18:13 Druck Ansicht
Dabei seit: So Jun 10 2012, 16:06
Einträge: 2672



Nomen est omen?

Vera



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Five Songs liefern mit ihrer Hommage an Vera, das Kuss-Genie, vielleicht den textlichen Höhepunkt dieser Reihe. Der slawische Name soll Vertrauen, Zuversicht, Glaube bedeuten. Die braucht man auch - als Verehrer. Von Vera. Der Schlagertext von Friedrich Schwarz und Kurt Schwabach ist wahrlich nicht der Schlechteste - kurz, aber sehr dicht. Und die vokalen Effekte der Five Songs verstärken die komische Wirkung noch ungemein.

Auch die Rückseite der Platte aus der genialen Aufnahmesitzung vom 5. Februar 1932 hätte es in diese Sendereihe schaffen müssen - ich wollte mich aber doch auf einen Titel beschränken. Wer die Platte je in wirklich gutem Zustand übrig haben sollte, sei herzlich eingeladen, sich bei mir zu melden. Der zarte, zurückhaltende, textlastige Gesang wird vom Rauschen doch stark gestört.

Ich hoffe, sie gefällt trotzdem - die Vera.

Liebe Grüße

Josef


Five Songs (=Abels)
"Vera"
Ultraphon A 1072 - 18233 - 5. Februar 1932
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livschakoff
Di Mär 07 2017, 18:53
Dabei seit: Do Feb 21 2013, 13:55
Einträge: 428
Sehr amüsantes Arrangement - sogar mit den ersten Takten des Es-Dur-Klavierkonzerts von Franz Liszt (irgendwo zwischendurch als Klavierüberleitung). Und das Ganze ist nicht leicht aufzuführen - und noch schwieriger zu notieren (wenn man sich die Mühe macht, das Ganze abzuhören)!
Vielen Dank für die Präsentation dieses seltenen Titels!
Liebe Grüße
Volker
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humoresk
Mi Mär 08 2017, 08:01
Dabei seit: So Jun 10 2012, 16:06
Einträge: 2672
Das Zitat wird sogar nachgesungen, oder? Ab 1:14 erst beim Klavier, dann als Überleitung in den Stimmen.
Alles in allem einfach Unterhaltung auf höchstem Niveau!

Danke Dir, Volker, und liebe Grüße

Josef
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schiebermaxe23
Do Mär 09 2017, 03:59
Radiohörer
Dabei seit: Mi Mai 18 2016, 10:56
Einträge: 559
Sehr schön.
Viele Grüße
schiebermaxe23
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Musikmeister
Do Mai 25 2017, 16:37
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Einträge: 887
Mein Exemplar ist leider auch nur so erhalten. Der Titel wurde schon 1931 im City-Musikverlag veröffentlicht. Die Vera ist Ost-Berlinerin...
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schiebermaxe23
Mo Mai 29 2017, 10:47
Radiohörer
Dabei seit: Mi Mai 18 2016, 10:56
Einträge: 559
Pankow ist ein Nordöstlicher Bezirk von Berlin.
Seit dem 3.10.1990 gibt es die Bezeichnung Ost-Berlin nicht mehr.
Als das Lied entstand gab es noch keine Bezeichnung Ost-Berlin.
Es gab einmal eine postalische Bezeichnung Berlin O (u.a. auch Koppenstraße und Schlesischer Bahnhof)
Pankow ist ein Ort, der damals sehr oft besungen wurde, z.B.
"Kille, kille Pankow ; Das Paradies liegt an der Panke " usw.
Alle Lieder zu erwähnen, wäre zu viel.
Viele Grüße
schiebermaxe23

[ Bearbeitet Mo Mai 29 2017, 10:51 ]
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krammofoon
Mo Mai 29 2017, 11:19
Schellack-Gnadenhof

Dabei seit: Mo Jun 27 2011, 20:47
Einträge: 2120
Servus :-)

Das wohl - mir bekannteste "Pankow-Lied" aller Zeiten..... soweit ich mich erinnere, aus der roten Mundorgel, welcher jeder Schüler hierzulande mitzuführen hatte.....

1.

Bolle reiste jüngst zu Pfingsten,
Nach Pankow war sein Ziel;
Da verlor er seinen Jüngsten
Janz plötzlich im Jewühl;
’Ne volle halbe Stunde
Hat er nach ihm jespürt.
Aber dennoch hat sich Bolle
Janz köstlich amüsiert.

2.

In Pankow jab’s keen Essen,
In Pankow jab’s keen Bier,
War allet uffjefressen
Von fremden Leuten hier.
Nich’ ma’ ’ne Butterstulle
Hat man ihm reserviert!
Aber dennoch hat sich Bolle
Janz köstlich amüsiert.

3.

Auf der Schönholzer Heide,
Da jab’s ’ne Keilerei,
Und Bolle, jar nich feige,
War mittenmang dabei,
Hat’s Messer rausjezogen
Und fünfe massakriert.
Aber dennoch hat sich Bolle
Janz köstlich amüsiert.

4.

Es fing schon an zu tagen,
Als er sein Heim erblickt.
Das Hemd war ohne Kragen,
Das Nasenbein zerknickt,
Das rechte Auge fehlte,
Das linke marmoriert.
Aber dennoch hat sich Bolle
Janz köstlich amüsiert.

5.

Als er nach Haus jekommen,
Da ging’s ihm aber schlecht,
Da hat ihn seine Olle
janz mörderisch verdrescht!
’Ne volle halbe Stunde
Hat sie auf ihm poliert.
Aber dennoch hat sich Bolle
Janz köstlich amüsiert.

6.

Und Bolle wollte sterben,
Er hat sich’s überlegt:
Er hat sich uff die Schienen
Der Kleinbahn druffjelegt;
Die Kleinbahn hat Verspätung,
Und vierzehn Tage druff,
Da fand man unsern Bolle
Als Dörrjemüse uff.

7.

Und Bolle wurd' begraben,
in einer alten Kist'.
Der Pfarrer sagte 'Amen'
und warf ihn uff 'n Mist.
Die Leute klatschten Beifall,
und gingen dann nach Haus.
Und nun ist die Jeschichte
von uns'rem Bolle aus!

Quelle: > CLICK <

Gruss
Georg
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Musikmeister
So Jun 11 2017, 19:40
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Einträge: 887
schiebermaxe23 schrieb ...

Als das Lied entstand gab es noch keine Bezeichnung Ost-Berlin.
Es gab einmal eine postalische Bezeichnung Berlin O (u.a. auch Koppenstraße und Schlesischer Bahnhof)


Wird leider OT, aber:

Meine Bezeichnung als Ost-Berlinerin war auch nur rein geographisch gemeint, so wie ich als Hamburger Norddeutscher bin. Die Himmelsrichtungen wurden aber auch schon damals für Namensgebungen in Berlin genutzt, wie z.B. Theater des Westens, Ostend-Theater (später Rose-Theater). Das Rose-Theater hat die Bezeichnung „im Osten“ sogar als Werbespruch geführt. Interessante Geschichten aus dieser Berliner Gegend jener Zeit kann man im Buch „Kinder der Koppenstraße“ von Waldemar Brust (Verlag Tribüne Berlin DDR 1989) nach lesen.

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